Die Ordensgemeinschaft der ADJC

Die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi ist eine Gemeinschaft von Frauen innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Die Gemeinschaft wurde 1851 in Deutschland durch eine einfache Frau, Maria Katharina Kasper, gegründet. 1872 gewann sie die päpstliche Anerkennung. Derzeit sind die Schwestern in neun Ländern (Brasilien, Deutschland, England, Indien, Kenia, Mexiko, den Niederlanden, Nigeria und den Vereinigten Staaten von Amerika) auf vier Kontinenten tätig. Etwa 850 Schwestern arbeiten weltweit unter der Leitung des Generalats.
Die Gründungszeit war eine schwierige Zeit in Deutschland. Es gab noch keinen Nationalstaat, sondern kleinere und größere Fürsten- und Königtümer. 50 Jahre vor dieser Zeit herrschte Krieg überall in Europa, und 1803 wurden alle Ordensgemeinschaften in Deutschland verboten, das Ordensleben schien vorüber zu sein. Es gab keine Gesundheitssorge für arme Leute, nur wenige Schulen standen den Kindern offen, und es gab auch nur noch wenige Pfarreien.

Maria Katharia Kasper wurde am 26.5.1820 in Dernbach als 7. Kind einer armen Bauernfamilie geboren. Sie war kränklich und konnte nicht mehr als insgesamt etwa zwei Jahre die Schule besuchen. Aber in ihr lebte eine große Liebe zu Gott und zu ihren Mitmenschen. Diese Liebe drängte sie, anderen überall zu helfen, wo sie nur konnte. Sie kümmerte sich um die Kranken in ihrem Heimatdorf, und ihr Beispiel regte andere an, es ihr gleichzutun. So bildete sich eine Gruppe junger Frauen. 1842 begann sie mit dem Bau eines kleinen Hauses, damit sie sich treffen und ihre Arbeit gemeinsam planen konnten. Zu dieser Zeit war ihr Vater bereits tot und das kleine Anwesen war verkauft worden, ihre Brüder hatten bis auf einen das Dorf verlassen, und sie lebte zusammen mit ihrer Mutter in einem gemieteten Raum.

Nach vielen Schwierigkeiten erhielt sie von Bischof Peter Josef Blum von Limburg die Genehmigung für einen frommen Verein. 1851 erlaubte der Bischof schließlich die Gründung einer Ordensgemeinschaft mit einfachen öffentlichen Gelübden und der Bezeichnung "Arme Dienstmägde Jesu Christi". Mit der Wahl dieses Namens drückte Maria Katharina Kasper, die die erste Leiterin der Gemeinschaft wurde, ihr Verständnis und ihre Zielsetzung für die Gemeinschaft aus. Maria, die Mutter Gottes, hatte sich als "Magd des Herrn" bezeichnet und damit ihre Bereitschaft ausgedrückt, Gottes Willen in allem zu erfüllen. Auf die gleiche Weise wollte Maria Katharina Gottes Willen zur Richtschnur allen Tuns machen und dieses Charisma ihrer Gemeinschaft einstiften.
Die Mutterhauskirche in Dernbach

Rasch übernahmen die Schwestern viele Dienste, da die Nöte der Menschen vielfältig waren. Sie kümmerten sich um Arme, Kranke, Alte in ihren Wohnungen, aber sie gründeten schnell auch Krankenhäuser und Ambulanzstationen. Sie erzogen und bildeten Kinder in Kindergärten und Krippen, Schulen und Waisenhäusern. Sie betreuten körperlich wie geistig Behinderte und versuchten, ihnen Selbständigkeit zu ermöglichen. Die Anzahl der Schwestern wuchs rasch, und Anfragen kamen von überall her in Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Die Niederlande waren das erste Land, wo Schwestern außerhalb Deutschlands wirkten, und bald folgten die Vereinigten Staaten, England und Böhmen.
Mutter Maria Katharina leitete die Kongregation bis zu ihrem Tod am 02.02.1898 als Generaloberin. Während dieser Jahre hatte die Gemeinschaft auch eine Verfolgungszeit durchlebt:

Während des Kulturkampfs in Preußen war von 1870 bis 1885 jede Erziehungstätigkeit der Schwestern untersagt und neue Mitglieder durften nicht aufgenommen werden. 1866 und 1870/71 fanden Kriege statt, die Schwestern waren auch im Fronteinsatz in den Lazaretten tätig.

Die Kirche beim Ausbildungshaus in Garam

Das 2. Vatikanische Konzil 1962-65 brachte die Gemeinschaft in Kontakt mit der globalen Kirche und der Notwendigkeit der Mission.
Junge Inderinnen wurden von 1963 an zur Ordensausbildung in Deutschland zugelassen, und 1970 wurde die erste Niederlassung in Indien eröffnet. Die jungen Frauen waren aus dem christlichen Süden, aus Kerala, gekommen, aber das erste Haus in Indien wurde in Madyah Pradesh, in dem Hindu-dominierten Zentrum Indiens eröffnet. Jetzt gibt es bereits rund 200 indische Schwestern in zwei Provinzen und mit mehr als 20 Niederlassungen.

 

Danach begann die amerikanische Provinz mit einer Neugründung in Mexiko, und mit internationalen Gruppen startete die Arbeit 1992 in Brasilien und 2000 in Kenia.

 

Von 2001 an kamen nigerianische Frauen nach Deutschland zur Ordensausbildung, und 2006 wurde die erste Gründung in Imo State in Nigeria eröffnet.

Am 16. April 1978 sprach Papst Paul VI. Maria Katharina selig. In seiner Predigt nannte er den Weg der neuen Seligen beispielhaft für alle Christen.

Seit 1851 hat sich vieles verändert, aber das Charisma der Gemeinschaft ist noch immer das gleiche: Gott in den Menschen um uns zu dienen". Es ist der Wille Gottes, dass alle Menschen gerettet werden, deshalb können wir uns allen zuwenden, die Hilfe brauchen, und ihnen verhelfen zu einem besseren Leben, wenn sie die Liebe Gottes spüren und in seiner Liebe glücklich sein können.

Der Schrein unter dem Hauptaltar des Mutterhauses in Dernbach, Westerwald, läßt das Charisma sichtbar werden, wie es für alle Zeit gültig ist: wie Christus kümmern sich die Schwestern um die Kranken und um die Kinder, und in der Gemeinschaft sind sie bereit, einander die Füße zu waschen.
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