Die Entwicklung der Mission in Nigeria

Mit der Ankunft von zwei Schwestern, Sr. Nkechi Iwuoha und Sr. Christeta Hess, am 04.04.2006 begann die nigerianische Mission. Erzbischof Anthony Obinna von Owerri hatte die Gemeinschaft eingeladen, um etwas für Straßenkinder zu tun. Die Schwestern bezogen ein gemietetes Haus in Prefab in Owerri und stellten Kontakt her zum Ministerium für Frauenfragen wie auch zu Pfarreien in Owerri. Schon bald begannen sie mit Interviews unter den Bettlern und Straßenkindern in Owerri, und das Ministerium schlug ihnen vor, sich auch das Kindergefängnis in Logara bei Owerri anzusehen.

Kleine Kinder im Gefängnis von Logara
Von dort kamen unsere ersten Kinder - drei kleine Kinder unter 12 Jahren, die seit mehr als vier Jahren bereits in diesem Gefängnis leben mussten. Dazu kamen zwei Jungen im Schulalter, die nichts mehr wollten, als zur Schule gehen zu dürfen. Die Kinder lebten zusammen mit den Schwestern in dem kleinen Haus. Sie waren alle extrem unterernährt, die kleineren Kinder konnten nicht sprechen.
Im Juni fanden wir die Familie eines der kleineren behinderten Jungen. Die anderen sind immer noch bei uns. Die beiden Jungen, die sprechen konnten, wurden auf die Schule vorbereitet und im September eingeschult.

Zu dieser Zeit war schon klar, dass wir ein Haus für die Kinder brauchen würden, da wir Aspirantinnen aufnehmen wollten. Wir fanden zunächst ein Haus zur Miete im Dorf Mgbele, Landkreis Oguta II. Wir kauften Land und erbauten mit der Zeit darauf ein Kinderhaus, einen Konvent und auch eine Klinik.

Kinderhaus, Konvent und Klinik in Mgbele

Im September wurden dann acht Aspirantinnen aufgenommen. Im gleichen Jahr kamen zwei Schwestern, die in Deutschland ihre Ausbildung abgeschlossen hatten, nach Nigeria zurück.

Wir suchten nach einem Bauplatz für ein Ausbildungshaus. In Imo State schien das sehr schwierig, außerdem gab es dort viele Ordensleute. In Niger State nahe der Hauptstadt Abuja fanden wir dann mit Hilfe des Bischofs von Minna ein Stück Land und begannen mit dem Bau im August 2007. Das ist das Haus in Garam, Niger State. Das Gebäude wurde im Februar 2008 fertig, und die Ausbildungsgruppe zog dorthin um.

Vier Jahre lang hatten wir in Owerri ein Ausbildungsprogramm für junge Männer, die einen handwerklichen Beruf erlernen wollten, aber keine Stelle fanden. Allerdings hatten wir keine männlichen Erzieher, und das Projekt litt darunter. Vier Jungen wurden ausgebildet, aber nach vier Jahren mußten wir das Projekt schließen.

 

Im Oktober 2008 starteten wir auf Einladung von Bischof Gabriel von Oshogbo in Ifetedo, im Südwesten Nigerias. Zunächst lebten die Schwestern in einem gemieteten Haus und bauten eine mobile Klinik auf. Diese Gegend am Rand der Bundesländer Osun und Ondo ist sehr vernachlässigt, und die Kranken haben kaum Zugang zu Fürsorge und Pflege.

 

Nahe der katholischen Kirche von Ifetedo fanden wir einen Bauplatz und bauten einen größeren Konvent, da inzwischen auch eine Schule in Ifetedo sich als notwendig erwies.

Auch die Klinik findet viel Anklang.

So wurden zwischen 2006 und 2009 drei Konvente aufgebaut, in Imo State, Niger State und Osun State. In allen drei Gebieten arbeiten die Schwestern in der Erziehung wie in der Krankenpflege, sie geben auch Katechismus-unterricht in den Pfarreien. Die Kinder, die wir von der Straße geholt haben, gehen zur Schule und die behinderten Kinder sind auf Lebenszeit versorgt.

Die Ordensausbildung geht ebenso weiter. Nach der ersten Gruppe von Aspirantinnen 2006 wurde die nächste Gruppe 2008 aufgenommen und seitdem jedes Jahr am 1. März.
Bis 2010 waren alle Schwestern, die ihre Ordensausbildung in Deutschland begonnen hatten, nach Nigeria zurückgekehrt. Allerdings hatten wir eine größere Gruppe von Schwestern, die noch eine Berufsausbildung brauchten, und mehrere von ihnen wurden in Nigeria, andere auch in Deutschland bzw. in den USA ausgebildet. Einige wechselten in die jeweils andere Provinz über und arbeiten auch jetzt in den USA.

Im August 2010 entschied die Generalleitung, dass Nigeria eine Pro-Region innerhalb der Kongregation werden könne. Mit Sr. Christeta als Oberin, Sr. Petricia und Sr. Scholastica als Rätinnen wurde ein Leitungsteam eingesetzt. In unserem ersten Kapitel im Februar 2011 erstellten wir ein Direktorium für Nigeria und stimmten darüber ab. Schwestern gehören jetzt auch zu den internationalen Kommittees innerhalb der Kongregation. Mehrfach hatten wir Besuche von der deutschen und auch der internationalen Leitung.

Nach drei Jahren, während des 2. Kapitels im Februar 2014, und in der Gegenwart der Generalleitung, wechselte die Zuständigkeit der Primärautorität von der deutschen Provinz, die Nigeria gegründet hatte, zur Generalleitung. Ein neues Leitungsteam wurde ernannt, mit ausschließlich nigerianischen Mitgliedern: Sr. Scholastica als Pro-Regionaloberin, Sr. Kelechi als ihre Vertreterin und gleichzeitig Ausbildungsleiterin, Sr. Agatha als Rätin und Sr. Chimebere als Ökonomin..

Im Juni 2014 wurde die neue Leitungsgruppe offiziell ins Amt eingeführt. Und im August 2014 verließen die beiden deutschen Schwestern Nigeria und kehrten nach Deutschland zurück.
Refektorium
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Kontakt Deutschland: Schwester Christeta Hess ADJC, Konvent St. Barbara, Lindenstr. 23-25, 56073 Koblenz